Projekte | Berlin (2025/26)

Videoessay "The Future of Mordechai’s Past"

Zum 100. Geburtstag von Max Livni

Max Mordechai Livni ist am 18. Februar 1926 in Prag auf die Welt gekommen. Auf obigem Familienfoto sitzt er an der Seite seiner Großmutter zusammen mit seinen Brüdern Artur und Rudolf sowie neun Cousinen und Cousins. Wenige Monate nach dem Fototermin, im März 1939, wird die tschechische Hauptstadt von deutschen Truppen besetzt. Großmutter Ernestine ist die erste von ihnen, die der von den Nationalsozialisten angestrebten Vernichtung der europäischen Juden zum Opfer fällt. Wie Max in seinen Memoiren schreibt, stirbt sie sie "im August 1942 im Alter von 78 Jahren an Krankheit, Hunger und Kummer" im Ghetto Theresienstadt. Zehn ihrer zwölf Enkelkinder folgen ihr wenig später in den Tod: Ernst, Otto, Felix, Eva und Gertrude in Auschwitz, Minna in Bergen-Belsen, Gabriel in Dachau, Leo und Rudi in Kaufering und Anna an unbekanntem Ort. Nur zwei überleben das Morden: Max, der am 30. April 1945 im Lager München-Allach von US-Soldaten befreit wird und sein Bruder Artur, der 1939 nach Palästina ging.

Anlässlich seines hundertsten Geburtstags und in ehrender Erinnerung an seine Familie veröffentlichen wir das Videoessay "The Future of Mordechai’s Past". Es ist im Rahmen des EVZ-Programms "Jugend erinnert international" entstanden und zeichnet den Leidensweg des Mannes nach, der uns ein Vierteljahrhundert lang freundschaftlich unterstützt, beraten und inspiriert hat. Ohne ihn wäre Memos nicht entstanden.