Projekte | Berlin (2013)

Jugend unter dem Hakenkreuz

Mit der finanziellen Unterstützung der Jugend- und Familienstiftung des Landes Berlin (JFSB) führten wir Zeitzeugengespräche mit Berliner*innen, die in der Zeit des Nationalsozialismus aufwuchsen.

Als die NSDAP im Januar 1933 an die Macht kommt, sind die Ältesten von ihnen 11 und 12 Jahre alt. Die beiden Jüngsten sind gerade dabei, laufen und sprechen zu lernen. Als das Deutsche Reich am 8. Mai 1945 bedingungslos kapituliert, erleben sie dies in unterschiedlichen Funktionen: als Lazarettschwester, Wehrmachtsoffizier, Marineinfanteristin, Sekretärin der SS, Kriegsgefangener, SS-Rekrut, "Hitlerjunge" und "Jungmädl".

Die Ergebnisse der Zeitzeugengespräche wurden gefilmt und bearbeitet. "Jungsein 33/45" ist der Titel des deutschsprachigen Videoarchivs. Auf obigem Foto unterhalten sich Günther Bantzer und Hans Werk, zwei unserer langjährigen Gewährsleute, im Sommer 2013 im Rahmen eines Besuchs des "Schwerbelastungskörpers" in Berlin-Tempelhof. Dieser ist seit 2009 für die Öffentlichkeit zugänglich und hat als Zeugnis der nationalsozialistischen Stadtplanung überregionale Bedeutung. Mit dem Bauwerk, dessen Betonfundament 18 m tief in den Boden hineingebaut wurde, sollte die Tragfähigkeit des Baugrundes geprüft werden, auf welchem der monumentale Triumphbogen der "Reichshauptstadt Germania" errichtet werden sollte.